Die Musik geht weiter - Newsletter 7

Liebe Eltern, liebe Kinder,
in Bayern sind die Museen schon seit dem 11. Mai offen - zumindest teilweise. Jedes Museum hat ein Schutz- und Hygienekonzept entwickelt, zum Beispiel wird es häufig gelüftet und desinfiziert, Aufsichtspersonal und Besucher ab 7 Jahren müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und es gibt eine Begrenzung der Besucherzahl. So ist es wieder möglich, mit den Kindern die örtlichen Museen zu besichtigen oder auch einen Tagesausflug mit Museumsbesuch zu planen. Die Besichtigung muss nicht mehr als eine Stunde dauern und wir können sie mit einem Spaziergang im Park oder am See, mit einem Picknick oder Eis essen verbinden. Wenn Sie ein bestimmtes Museum besuchen möchten, prüfen Sie jedoch vorab ab, ob Ihre gewünschte Abteilung schon geöffnet ist.

Es gibt viele Gründe, Museen regelmäßig mit den Kindern zu besuchen:

- um Leidenschaften bei den Kindern zu entdecken;
- um ihre und unsere Horizonte zu erweitern;
- um zu lernen, Bilder und Objekte zu betrachten, zu beschreiben, zu kommentieren, und Meinungen zu äußern: „gefällt mir“, „gefällt mir nicht“;
- um Spaß zu haben, mit „Suchspielen“, lustigen Fotos, und sobald wieder mit möglich den tollen Kinderaktivitäten und Bastelaktionen unserer Museen.
Manchmal ist es uns „zu schade“, Tickets für die ganze Familie zu bezahlen und „nur“ für eine Stunde im Museum zu sein, was für Kinder meistens völlig ausreichend ist. Im Restaurant bleibt auch immer wieder etwas auf dem Kinderteller übrig und das hält uns nicht davon ab, ins Restaurant zu gehen! Außerdem relativiert sich der „Verlust“ sobald uns bewusst wird, dass wir durch unseren Ticketkauf die Erhaltung unseres Kulturerbes unterstützen.

Danke für das Mitlesen und Mitmachen,

Marina Varouta
Musikpädagogin in den FortSchritt-Einrichtungen

Das Bayerische Nationalmuseum mit Kindern

Unsere Erfahrung im Bayerischen Nationalmuseum letztes Wochenende war außerordentlich schön und deshalb empfehle ich dieses Museum für einen Besuch mit Kindern jeden Alters. Die enormen Museumsräume sind beeindruckend und die Kinder können hier viel Neues von der Welt und der Geschichte erfahren. Wir müssen mit den Kindern im Museum nicht alles sehen, alles lesen und alles verstehen. Es reicht, wenn wir durch die Räume gehen und hin und wieder bei einem Objekt, das das Kind „anlächelt“, 5 Minuten oder länger stehen bleiben, etwas darüber lesen, erzählen, hinterfragen, philosophieren, kritisieren und diskutieren. Es macht Spaß.

 Anregungen für 2- bis 4-jährige Kinder

Für die ganz Kleinen, ab 2 Jahren, kann man zum Beispiel bei der Vitrine mit dem aus über 200 Einzelteilen bestehenden Silbertafelservice den Wortschatz verfestigen. Wir gehen um den Tisch herum, zeigen die Objekte und wiederholen die Wörter „Gabel“, „Löffel“, „Teller“, „essen“, „trinken“ usw. Eine andere Idee ist es, bestimmte Tiere und Gegenstände auf dem Porzellangeschirr oder auf den Gemälden zu suchen und zu benennen: „Schmetterling!“, „rote Blume!“, „eine Frau!“.

Spiele für die 4- bis 8-Jährigen

Wir suchen ein bestimmtes Motiv (z.B. Blumen, Pferde, Vögel, Löwen, Engel oder generell geflügelte Wesen...) auf unterschiedlichen Objekten. Wir zählen die Gabeln oder die Becher. Wir zählen die Tasten und Saiten auf den historischen Instrumenten in der Musikinstrumentenabteilung. Wir imitieren die Stellung der abgebildeten Menschen und lassen uns so, vor dem Gemälde, fotografieren.

Spiele für Kinder von 7 bis 12 Jahren

Für die größeren Kinder ist es bestimmt spannend zu schauen: Welche Kleidung haben die Kinder vor 250 Jahren getragen? Welche Möbel hatten unsere Vorfahren und welche haben wir heute? Wie entsteht eine Porzellanfigur? Welche Gesellschaftsspiele haben die Fürsten und Könige von Früher gespielt? Wir haben beispielsweise ein wunderschönes Schachspielfigurenset „Römer gegen Karthager“ aus dem 17. Jahrhundert entdeckt! Auch wenn man nicht alle Fragen der Kinder beantworten kann, ist es schön, sich gemeinsam Gedanken zu machen.

Für die „coolen“, „gelangweilten“ größeren Kinder

Jeder sucht die 3 hässlichsten, oder die drei lustigsten oder die 3 unnützesten Objekte im ganzen Museum und muss einen kurzen Vortrag halten, warum er sie gewählt hat. Am Ende benoten wir alle Objekte. Nur ein Objekt kann den ersten Platz in jeder Kategorie gewinnen.

Glauben Sie, dass Ihre Kinder sich langweilen werden, oder dass sie laut und trotzig im Museum sein werden? Das kann schon passieren. Aber es ist nicht so schlimm, denn lieber langweilen sie sich aktiv im Museum als passiv vor dem Fernseher. Langfristig gesehen, ist es ein Gewinn. Ausserdem, wenn sie gerade einen Trotzanfall bekommen sollen, tun sie es genauso gut zu Hause...

Wichtig ist es, dass wir als Eltern den Besuch eines Museums kurz halten und den Zeitpunkt erkennen, an dem die Kinder genügend Anreize im Museum erhalten haben und Bedarf nach Erholung, Essen oder freiem Spiel haben. Die Erfahrung, so wertvolle, einzigartige Objekte im Museum zu betrachten ist unvergleichbar lehrhaft. Die Kinder behalten im Museum viele Informationen, die wir uns gar nicht erstmal vorstellen können. Diese Informationen werden irgendwo in den kleinen Kinderköpfchen aufbewahrt und irgendwann, bei Bedarf, „herausgeholt“ und „aufgetischt“.

Die Anti-Corona-Stifthülle von Dimitri

Kinder haben oft geniale Ideen und wir müssen ihnen ganz genau zuhören und ihre Wünsche und Anregungen ernst nehmen und ausprobieren. Ich persönlich habe als Kind sehr darunter gelitten, dass meine Ideen nicht ernst genommen wurden - dafür von den Erwachsenen ohne spezielle Danksagung langfristig übernommen wurden. Kinder haben mögliche Lösungsansätze auch zur aktuellen Corona-Situation.

Ein solches tolles Konzept hat mein 7-jähriger Musikschüler Dimitri entwickelt. Momentan wird in vielen Schulen als Hygienemaßnahme gebeten, nur eigene Stifte zu benutzen. Dimitris Entdeckung ist die Anti-Corona-Stifthülle. Diese erlaubt es einem Kind, seinen Stift oder Kugelschreiber den Lehrern oder Mitschülern zu leihen und gleichzeitig sich und die anderen vor einer Ansteckung zu schützen! Die Hülle kann man selber basteln: Mit einem Papierstreifen einen Stift umwickeln und das Papier mit Tesa-Film umkleben. Der Besitzer des Stifts kann nun den Stift ohne Hülle verwenden - der zweite Benutzer verwendet die Hülle. Einfach genial!

 Du kannst es auch!

Hast du eine tolle Idee? Ich freue mich riesig darauf und veröffentliche sie im nächsten Blatt! Schicke sie mir: Meine E-Mail-Adresse ist marina.varouta@fortschritt-bayern.de

Lüftet das Beethoven-Geheimnis: Was ist nur los mit Ludwig van Beethoven?

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven schreibt die Sendung „Do Re Mikro, Klassik für Kinder“, einen Wettbewerb für alle Kinder zwischen 6 und 12 Jahren aus. Die Kinder können eine Geschichte schreiben, ein Comic zeichnen oder ein Video drehen und an die Redaktion senden. Klicken Sie hier, um mehr darüber zu erfahren.

„Do Re Mikro“ sendet immer auf BR-KLASSIK:

 samstags von 17.05 Uhr bis 18.00 Uhr und

 sonntags von 17.05 Uhr bis 18.00 Uhr.

Frühlingslied (ein Spiel für Kinder von 2 bis 7 Jahren)

Auf der nächsten Seite finden Sie ein „Musikblatt“ mit Blumen statt Noten. Kennen Sie das Kinderlied „Hänschen klein ging allein“? Mit der gleichen Melodie wird auch „Alles neu macht der Mai“ gesungen! Die Melodie ist eine alte Volksweise aus dem 18. Jahrhundert.

Nehmen Sie den Zeigefinger Ihres Babys oder Kleinkindes und deuten Sie bei jeder Silbe, die Sie singen, auf die entsprechende Blume. Wenn die Blume höher liegt, singt die Stimme höher. Liegt die Blume tiefer, klingt sie auch tiefer. Mit diesem Spiel erfahren die Kinder eine „optische“ Darstellung der Musik. Erfahrungsgemäß, muss man „noch mal“ und „noch mal“ das Lied wiederholen. Zum Glück, hat das Lied drei ganze Verse.

„Alles neu macht der Mai“ ist ein Gedicht von Hermann Adam von Kamp (1796 - 1867) aus dem Jahr 1818. Volkslieder bewahren unser Kulturgut und sind