Die Musik geht weiter - Newsletter 4

Liebe Kinder, liebe Eltern,

ich hoffe, Sie haben schöne, obgleich etwas „andere“ Osterferien gehabt! Diese Ferien werden den Kindern auf jeden Fall stark in Erinnerung bleiben. Der Hase kam dieses Jahr zu uns in Form einer einsamen Socke mit Linsen gefüllt und mit einer Schleife aus Restwolle. Wenn man viel Zeit zu Hause verbringt, kommt man eben auf neue Ideen. Vergessene Gegenstände und Staubfänger bekommen eine zweite Chance - ein zweites Leben.
Falls sich Ihre Kinder zu Hause langweilen: keine Panik! Langeweile ist etwas Gutes! Lassen Sie ruhig die Kinder sich langweilen und greifen Sie nicht sofort nach den iPad-Spielen, dem Fernseher und den Youtube-Videos. Denn nach der Leere und der Langeweile tauchen bei Kindern die inneren Bekämpfungsmittel gegen Langeweile auf: die Kreativität, der Tatendrang, der Forscherinstinkt und die vielen, tollen Ideen!

Ich habe jede Woche zudem einen Newsletter verfasst, den wir hier veröffentlichen oder der allen FortSchritt-Eltern vom Elternbeirat ihrer Einrichtung per E-Mail zugesendet wird, sollten sie das wünschen. Wir freuen uns natürlich über jeden Leser.

Danke für das Mitlesen und Mitmachen,

Marina Varouta
Musikpädagogin in den FortSchritt-Einrichtungen

Wir holen uns das Museum ins Haus

Alle Museen haben zu, die Kunstliebhaber sind frustriert. Deshalb ruft das Los Angeles Getty Museum auf, Kunstwerke mit Alltagsgegenständen bei uns zu Hause nachzustellen. Die Ergebnisse der Kunst-Challenge findet man auf Twitter mit dem Tag #gettymuseumchallenge. Viele lustige Fotos sind entstanden, wie zum Beispiel Frida Kahlos grüne Sittiche mit grünen Hygienemittel-Verpackungen nachgestellt; eine Frau mit Staubsauger als altgriechischer Harfenspieler; Monets Seerosen-Brücke aus Radieschen und Gemüsereiber. Das Letzte Abendmahl hat eine Gruppe von Ärtzen mit Schutzmasken nachgespielt und samt Osterwünschen gepostet.

Für unsere Kinder finde ich aber die Idee der französischen Glasmalerin Anne Veyrier du Muraud am geeignetesten. Sie ermutigte ihre Tochter dazu, aus einem Kunstbuch ein Bild auszusuchen. Selbstverständlich hat das Mädchen ein ganz buntes Gemälde ausgesucht! Zusammen haben sie es dann mit Spielfiguren und Bausteinen nachkreiert und schließlich mit den Figuren eine Geschichte gemeinsam gespielt! Mit den Kindern Kunst zu entdecken, anzuschauen, sich davon inspirieren zu lassen, zu spielen und Kunstwerke nachzuempfinden ist nicht nur pädagogisch besonders wertvoll, sondern macht den Kindern auch viel Spaß.

Capucine, 3 Jahre, spielt mit ihrem nachgestellten Kunstwerk © Anne Veyrier du Muraud

 Du kannst es auch!

« Blättere Kunstbücher durch oder besuche die virtuelle Städtische Galerie im Lenbachhaus

« Suche dein Lieblingsbild aus

« Schnappe dir ein paar Playmobil, Lego, Kuscheltiere und Bausteine und stelle das Kunstwerk nach

« Wenn du möchtest, fotografiere es und poste es auf Twitter mit dem Tag #gettymuseumchallenge @GettyMuseum

Die Idee ist nicht neu. Schon seit den 1970er Jahren gibt es die Kunstrichtung Appropriation Art - wobei Künstler bewusst und offen die Werke andere Künstler kopieren, interpretieren, umgestalten und eigene originelle Kreationen daraus erzeugen. Auch berühmte Künstler wie Cindy Shermann und Yasumasa Morimura haben zu dieser Kunstrichtung gehört. Mach doch mit!

Die Musik geht weiter im Waldkindergarten Germering

Jede Woche freue ich mich ganz besonders auf das Musikerlebnis im Waldkindergarten in der Nähe des Germeringer Sees. Um erhlich zu sein: Der 10-minutige hügelige Weg mit Matschhose, Mütze, wetterfester Jacke, Ukulele und mehreren Musikinstrumententaschen ist nicht gerade der Lieblingsteil meiner wöchtentlichen Arbeit - die Regentage auch nicht... Aber sobald ich oben auf dem

Hügel am Kindergarten „ohne Tür und Wand“ angekommen bin und die leuchtenden Augen der Kinder sehe, bin ich froh, da zu sein.

Bei jedem Wetter musizieren wir draußen. Unser Musikraum ist ein von Bäumen umrundeter kreisförmiger Platz. Die Bäume gehören zum festen Gymnastikmaterial und sollte ich mal nicht genügend Trommeln, Klanghölzer oder Raspeln für alle Kinder dabei haben, dann suchen wir uns passende Steine, Stöcke und Baumzapfen. In der Mitte unseres grünen Musikraums breiten wir eine Picknickmatte aus, so dass es drum herum genügend Platz für die Bewegungsspiele gibt.

Unsere mit Skihosen, Trekking-Schuhen und Handschuhen auf dem von Wurzeln übersäten Waldgelände aufgeführten Choreographien sehen nicht gerade feinbeweglich aus, und es ist ganz normal, dass meine Arbeitsblätter und Malvorlagen immer ein bisschen Matschspuren oder Löcher bekommen. Dafür haben wir eine wunderschöne Kulisse für unsere Musikspiele und natürlichen Klänge, die die Phantasie und die Forschernatur der Kinder anregt. Dort spielten wir im letzten Herbst Wetter-Klanggeschichten, bis uns ein starker Regen erwischte; im letzten Winter spielten wir in der klirrenden Kälte die Sterntaler als Klangmärchen, mit Erzählung, klassischer Musik und Hände wärmern. Ganz besonders passend zu unserer Waldkulisse sind die Aktivitäten von Karin Schuh aus ihrem Buch Wald-Musik für Kinder. Frau Karin Schuh hat mir übrigens ihre freundliche Erlaubnis gegeben, die Aktivitäten aus ihrem Buch während der Corona-Zeit ohne Gema-Gebühren auch online aufzuführen, bis die „normale“ Musikstunde wieder stattfinden kann.

Denn während der Corona-Zeit geht im Waldkindergarten Germering die Musik weiter - von zu Hause! Unsere wöchentliche Musikstunde findet derzeit online statt. Ich möchte mich herzlichst bei den Eltern bedanken, die mich unterstützen, in dem sie jede Woche pünklich zum Termin die Kinder zur Online-Musikstunde "bringen". Der Online-Unterricht war für mich auch eine neue Herausforderung, bei der meine Kreativität und Spontanität sehr gefragt wurden.

Meiner Meinung nach ist die Beziehung zum Musiklehrer/zur Musiklehrerin einer der wichtigsten Bestandteile des Musizierens. Denn ohne eine gute, vertrauensvolle Beziehung zum Lehrer, kann ein Kind schlichtweg nicht lernen. Ich möchte bei den Kindern auch in dieser für sie schwierigen Zeit DA SEIN und deshalb musizieren wir weiter, von zu Hause, mit Kochtöpfen, Besteck, Körben, Kisten, Händen, Füßen, Stühlen, Kuscheltieren und allem, was wir so in unseren Kinderzimmern finden.  Ich freue mich jede Woche sehr auf die Kinder und ich glaube, dass sie auch froh sind, dass dieser klitzekleine Teil ihrer wöchentlichen Routine - die Musikstunde - nicht komplett ausgefallen ist. Die Freude am Musizieren und den regelmäßigen Kontakt zu erhalten gibt Mut, Energie und Hoffnung. Wir haben sogar während der Osterferien musiziert!

Bewegungsspiel

Wir möchten unser Bewegungsspiel für Kinder aller motorischen Fähigkeiten ermöglichen, deshalb gibt es in diesem Blatt vier spezielle neue Karten!

 

Lüftet das Beethoven-Geheimnis: Was ist nur los mit Ludwig van Beethoven?

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven schreibt die Sendung „Do Re Mikro, Klassik für Kinder“, einen Wettbewerb für alle Kinder zwischen 6 und 12 Jahren aus. Die Kinder können eine Geschichte schreiben, ein Comic zeichnen oder ein Video drehen und an die Redaktion senden. Klicken Sie hier, um mehr darüber zu erfahren.

 

„Do Re Mikro“ sendet immer auf BR-KLASSIK:

samstags von 17.05 Uhr bis 18.00 Uhr und

sonntags von 17.05 Uhr bis 18.00 Uhr.