Im Rahmen der RehaKind 2026 in Dortmund haben wir an der interdisziplinären Session „Einfach ist anders – Interdisziplinäre Hilfsmittel- und Orthesenversorgung“ teilgenommen. Ziel der Veranstaltung war es, unterschiedliche fachliche und lebensnahe Perspektiven auf die Hilfsmittelversorgung von Kindern mit Behinderung zusammenzuführen und gemeinsam zu diskutieren, wie Teilhabe verlässlich und alltagsnah ermöglicht werden kann.
Wir waren in der Session durch Tatijana von Quadt in zwei Funktionen vertreten: als Geschäftsführerin der FortSchritt Bayern gGmbH sowie als Vorstandsmitglied des Bundesverbands Konduktive Förderung. In beiden Rollen haben wir die Perspektive von Einrichtungen eingebracht, die täglich Verantwortung für frühkindliche Bildung, Förderung und Teilhabe tragen.
Die Session vereinte Beiträge aus Medizin, Therapie, Orthopädietechnik, Wirtschaft, Elternschaft und Einrichtungspraxis. Eingebracht wurden diese Perspektiven unter anderem von Carmen Lechleuthner (Anästhesistin und Mutter), Stefan Steinebach (Physiotherapeut), Albert Fujak (Neuropädiater an der FAU Erlangen), Joshua Kretzschmar (Orthopädietechniker, ORFO) sowie Moritz Herde (Kaufmann und Geschäftsführer, ORFO).
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Hilfsmittelversorgung so gestaltet werden kann, dass sie Teilhabe nicht verzögert, sondern ermöglicht – nicht nur im häuslichen Umfeld, sondern auch dort, wo Kinder einen großen Teil ihres Tages verbringen: in inklusiven Kindertageseinrichtungen und konduktiv heilpädagogischen Tagesstätten. Frühkindliche Bildung ist ein zentraler Lebensraum, in dem sich entscheidet, ob Kinder dabei sind oder außen vorbleiben.
Wir haben aus der Perspektive der Einrichtungen deutlich gemacht, dass Hilfsmittel keine Zusatzleistungen sind, sondern eine Voraussetzung für Teilhabe und Entwicklung. Besonders problematisch sind aus unserer Erfahrung strukturelle Brüche, etwa wenn Hilfsmittel zwar für den häuslichen Bereich bewilligt werden, für die Nutzung in der Einrichtung jedoch erneut beantragt oder sogar abgelehnt werden müssen.
„Wenn wir über Hilfsmittel sprechen, sprechen wir nicht über Produkte. Wir sprechen darüber, ob Kinder an frühkindlicher Bildung teilhaben können oder nur zuschauen“, so Tatijana von Quadt.
Die Diskussion zeigte deutlich: Teilhabe darf nicht vom Ort abhängen. Kinder benötigen ihre Hilfsmittel dort, wo ihr Leben stattfindet – 24 Stunden am Tag. Gute Lösungen entstehen, wenn Verantwortung geteilt, Professionen frühzeitig eingebunden und Entscheidungen konsequent am Alltag der Kinder ausgerichtet werden.