Ergebnisse der Barrieren-Suche in Haar an Bürgermeister übergeben

Anlässlich des Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung im Mai testeten die Kinder der Kinderhauses aus Haar ihre Umgebung auf Barrierefreiheit. Das offene Angebot des "Barriere-FINDer" richtete sich an alle Kinder der Gemeinde. Das Besondere an dem Projekt war, dass die Kinder selbst ausprobieren konnten, wie es ist, ihre Gemeinde mit dem Rollstuhl zu erleben und zu erfahren. Außerdem beantworteten Menschen mit Behinderung alle Fragen, die die Kinder zu dem Thema hatten. Doch das Projekt endete nicht mit der Barrieren-Suche. Um nachhaltig für eine inklusivere Gesellschaft zu sorgen, notierten die Kinder  gemeinsam mit dem pädagogischen Personal die Hindernisse und ihre Wahrnehmungen aus der Rollstuhlperspektive. In der Nachbereitung schrieben sie einen Brief an Herrn Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski mit den Schilderungen ihrer Erlebnisse und mit ihren Verbesserungswünschen. Auf Routenplänen hatten sie die jeweiligen öffentlichen Anlaufstellen, die getestet wurden, aufgezeichnet.

Die Routenpläne und den Brief übergab das Barrieren-FINDer-Projekt-Team und die Einrichtungsleiterin Yvonne Fuss jetzt dem Bürgermeister. Dr. Andreas Bukowski hatte die jungen "Barriere-FINDer" bereits am Projekttag selbst besucht. Bei dem jüngsten einstündigen Besuch von Projekt-Team und Einrichtungsleiterin im Rathaus fand ein fachliches, persönliches und freundliches Gespräch statt. Im Mittelpunkt standen die Erklärung der Routenpläne und der Austausch über die Barrierefreiheit der Gemeinde Haar. Erfreulicherweise stellte sich heraus, dass die Gemeinde Haar im Punkt Barrierefreiheit schon gut aufgestellt ist. Dennoch machten die Routenpläne Schwachpunkte sichtbar. Beispiele sind: zu schnell geschaltete Ampeln, zu steile Brücken, Geschäfte des öffentlichen Lebens, die nicht barrierefrei sind. Einige Schwachpunkte haben ihre Ursprünge im Denkmalschutz oder in ungeklärten Zuständigkeiten von Gebäuden, ergab sich bei dem Gespräch.

Der Bürgermeister bedankte sich für das Projekt und die Projektergebnisse, die wieder einen neuen auch familienfreundlichen Blickwinkel mit sich bringen. Der Rathauschef versicherte, sich weiter für eine noch inklusivere Gemeinde Haar einzusetzen. Die Ergebnisse des Barriere-FINDer-Projekts werden auch an den Behindertenbeirat weitergegeben, der ähnliche, erfolgreiche Arbeit leistet. Als familienfreundliche und -reiche Gemeinde kommt Barrierefreiheit in Haar Eltern mit Kinderwagen und Kleinkindern, älteren Menschen und vielen anderen zugute. Wir danken der Gemeinde und Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski sehr für seine Offenheit für eine inklusivere Gesellschaft!