Am 20. Januar 2026 durfte FortSchritt Bayern Teil eines besonderen Inklusionsworkshops an der Katholischen Stiftungshochschule in München sein. Eingeladen wurden wir von drei engagierten Studierenden, die mit viel Herz, Fachlichkeit und Mut einen ganztägigen Workshop zum Thema Inklusion organisiert haben. Es war spürbar: Hier bringen junge Menschen etwas ins Rollen!
Im Mittelpunkt des Workshops stand ein intensiver Perspektivenwechsel. In verschiedenen Selbsterfahrungsstationen, unter anderem mit Rollstuhlparcours, Simulationsbrillen, Tast- und Hörmemory sowie Übungen zur Reizüberflutung, konnten die Teilnehmenden erleben, wie sehr Umweltbedingungen darüber entscheiden, ob Behinderung entsteht oder Teilhabe möglich ist. Diese Erfahrungen wurden gemeinsam reflektiert und in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang eingeordnet.
Ein besonders wertvoller Teil des Tages waren die persönlichen Berichte von Menschen mit Behinderung. Sie machten deutlich, dass Behinderung nicht im Menschen selbst entsteht, sondern dort, wo Barrieren bestehen: in Gebäuden, in Sprache, in Strukturen oder in Haltungen. Dieser Blick ist zentral für eine inklusive Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können.
FortSchritt Bayern war mit einem Fachinput vertreten, in dem Tatijana von Quadt (Geschäftsführerin FortSchritt Bayern) unsere Arbeit, unsere Haltung und unsere vielfältigen Angebote vorgestellt hat.
Dabei wurde deutlich, wie wichtig frühe Begleitung, multiprofessionelle Zusammenarbeit und verlässliche Rahmenbedingungen für Kinder mit und ohne Behinderung und ihre Familien sind und wie sehr Inklusion eine gemeinsame Aufgabe aller gesellschaftlichen Bereiche ist.
In der gemeinsamen Arbeitsphase entwickelten die Studierenden konkrete Ideen zur Umsetzung von Inklusion, auf persönlicher, gesellschaftlicher, sozialpolitischer und kommunaler Ebene. Themen wie Barrierefreiheit, Aufklärung, politische Mitwirkung, inklusive Wohnformen, Selbstvertretung, Begegnungsräume und eine klare Haltung gegenüber Vielfalt wurden intensiv diskutiert und sichtbar gemacht. Die entstandenen Plakate zeigen eindrucksvoll, wie differenziert und verantwortungsvoll sich die Teilnehmenden mit Inklusion auseinandersetzen.
Und manchmal kreuzen sich Wege. So haben wir unter den Studierenden Maria getroffen, die ehemals unsere HPT in München besuchte – ein Wiedersehen, das uns sehr berührt hat. Auch eine frühere Praktikantin aus unserer HPT war Teil des Workshops. Zu erleben, wie Wege weitergehen und sich wieder begegnen, war für uns ein ganz besonderer Moment.
Wir sind sehr dankbar für die Einladung und für das große Engagement der Studierenden. Es ist ermutigend zu sehen, dass sich schon junge Menschen so fundiert, reflektiert und leidenschaftlich für Inklusion einsetzen. Genau hier setzt Veränderung an – in Bildung, im Dialog und im Miteinander.
FortSchritt Bayern steht bei solchen Anfragen jederzeit gerne zur Verfügung. Der Austausch, die Vernetzung und das gemeinsame Arbeiten mit engagierten Partner*innen aus unterschiedlichen Bereichen sind für uns ein zentraler Bestandteil, um Inklusion in der Breite der Gesellschaft weiter voranzubringen.
Vielen Dank für diesen inspirierenden Workshop.